Verpass dis Läbe nid

Der Anstoss zu dem 2018/2019 realisierten Projekt der Berner Fotografin Nadja Frey kam durch eine unerwartete, bösartige Krankheit ihrer Lebenspartnerin. Die Konfrontation mit dem Schicksal stellte das Leben, die Zeit und den Alltag in Frage. Dann ist ihr dieser Satz eingefallen: «Verpass dis Läbe nid!». Ein Apell und ein Bekenntnis zugleich, die sie mit anderen teilen wollte.

So kam es zur Serie der 100 Porträts, die das Kornhausforum Bern auf der Galerie präsentiert. Alle Bilder entstanden im Atelier der Fotografin in Hinterkappelen, das Licht war nicht schmeichelhaft, der Bildausschnitt eng, der Blick direkt. Die Porträtierten – Freunde und Bekannte, aber auch solche, denen die Fotografin zum ersten Mal begegnet ist – verbindet alle das gleiche: dass sie Lust aufs Leben haben und sich von ihm noch viel erwarten. Die Bilder wurden zusammen ausgesucht und die Porträtierten haben eine kurze Botschaft dazu formuliert.

Nadja Frey absolvierte eine vierjährige Ausbildung als Fotografin. Sie ging auf Reisen, verdiente ihr tägliches Brot mit Aushilfen im Gastgewerbe und als Assistentin bei Fotografen. 2001 verwirklichte sie ihren Traum als selbständige Fotografin. In Teilzeitanstellungen war sie als Pressefotografin, Bildredaktorin und Museums-Fotografin tätig, heute macht sie hauptsächlich Werbefotografie.

Bild: Heidi Maria Glössner fotografiert von Nadja Frey