Fotografiert von Hans Hofmann

Zu Gotthelfs Zeiten war das Hornussen ein Wettkampf unter Emmentaler Jungbauern, der jeweils am Sonntag auf abgeernteten Äckern gespielt wurde und oft in einer veritablen Rauferei endete. Nach der Gründung des Eidgenössischen Hornusserverbands im frühen 20. Jahrhundert wandelte sich der Volksbrauch allmählich zur modernen Sportart mit nationaler Meisterschaft.

Zwei Jahre lang begleitete der Berner Fotograf Hans Hofmann den Spielbetrieb der Meisterschaft. Er besuchte unzählige Wettkämpfe und lernte die Menschen kennen, die sich diesem Kräftemessen zwischen Abschlagen und Abtun mit Leidenschaft hingeben. Daraus ist die erste fotografische Dokumentation dieser Breite über das Hornussen heute entstanden. Das Kornhausforum Bern zeigt diese nun in einer Galerie-Ausstellung.

1949 in Thun geboren, war Hans Hofmann Lehrer und an der PH Bern Dozent mit Schwerpunkt Mathematikdidaktik. Nach und nach fand er zum gestalterischen Schaffen, zunächst mit Radierungen, dann in der Fotografie. Nach seiner Pensionierung wurde die Fotografie ganz zu seinem Lebensinhalt. Hans Hofmann fotografiert ausschliesslich schwarz-weiss, Landschaften, Bäume, eine einstige Walfangstation, leere Fabrikhallen – «verlassene Orte», wie er selber sagt. Die Reportage über das Hornussen ist seine erste grosse dokumentarische Arbeit. Im Stämpfli Verlag erscheint zur Ausstellung der Bildband «Hornussen – alter Brauch, moderner Sport» mit Texten von Walter Däpp und Bernhard Giger.

Führungen mit Hans Hofmann, Bernhard Giger und Vertretern des Hornusserverbands:

Sa, 26. Okt, 17 Uhr und Sa, 2. Nov, 17 Uhr