57 Meter lang und 20 Meter breit: Das Korn- und Weinlager, das zwischen 1711 und 1718 mit Standstein aus Ostermundigen erbaut wurde, war eines der repräsentativsten Gebäude der Stadt. Nach dem Untergang des alten Berns Ende des 18. Jahrhunderts änderten Funktion und Nutzungen. Die weitläufigen Geschosse dienten als Lagerräume und einmal – im Dezember 1849 – als Flüchtlingsunterkunft. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Kornhaus zum Kantonalen Gewerbemuseum – und das Gebäude dafür komplett umgebaut: Zentraler Ort im Innern wurde ein zweigeschossiger, durch eine Eisenkonstruktion gestützter Ausstellungsraum mit Galerie (Bild). Die zuvor schmalen Fenster – die, mit Leinwand abgedeckt, früher dem Kornlager als Belüftung dienten – wurden erweitert, um im Saal bessere Lichtverhältnisse zu schaffen.

1975, im europäischen Jahr für Heimatschutz und Denkmalpflege, haben die Architekten Hans Haltmeyer und Ulrich Stucky die Fassade wieder in ihren ursprünglichen Zustand mit den schmalen Fenstern versetzt. In den 1990er-Jahren folgte der Innenumbau und die Wiedereröffnung mit neuem Nutzungskonzept. Im Juni 1996 haben die Bernerinnen und Berner einem 15-Millionen-Umbaukredit und einer mehrheitlich kulturellen Nutzung des Hauses zugestimmt. Ende Oktober 1998 wurde das Kornhausforum unter dem Namen «Forum für Medien und Gestaltung» eröffnet.

Die kurze, kurzfristig programmierte, vom Architekten Hans Haltmeyer angeregte Galerie-Ausstellung «300 Jahre Kornhaus» wirft ein paar Blicke zurück auf die wechselvolle Geschichte des Hauses. Sie findet im Rahmen des Jubiläumsjahres 20 Jahre Kornhausforum Bern statt. Zur Ausstellung erscheint Heft 9 der Kornhausforum-Publikationsreihe.