• Bild: Jungpunks, Laupenstrasse Bern, späte 1970er-Jahre.

22.10.–21.11. 2015

Jürg Hafen
Fotograf und Szenegänger

Ausstellung

Galerie, 2. Obergeschoss

Die einschlägigen Orte der Berner Szene von den späten Siebziger- bis in die Neunzigerjahre waren seine Bühne: Bars, neue Kunstgalerien, verrauchte Musikclubs. Er spielte in einer Band – der Electro-Gruppe Starter, zusammen mit Francis Foss und Claudine Chirac –, er machte Polaroid-Kunst und Videos, aber eigentlich war Jürg Hafen (1951-1998) Fotograf. Mode und Werbung waren sein Gebiet, im Auftrag der grossen Berner Werbeagenturen fotografierte er prägnante Kampagnen, in den späten Achtzigerjahren etwa die «Bund»-Plakatserie «Die bessere Hälfte von Bern». 

Er war Standfotograf und Kameraassistent, er fotografierte, als Patti Smith für eine Lesung ins Kunstmuseum Bern kam oder die jungen Wilden der Stadt den Fashion-Trendshop Olmo eröffneten. Und immer war er selber Teil der Szenerie. Ein schöner Mann, der gern mit den Masken der Travestie spielte. Herzlich gegenüber allen, kein grosser Redner, ein wenig geheimnisvoll und selbstverliebt. 

Jürg Hafens fotografischer Nachlass ist fragmentarisch. Werbeaufträge neben ein paar Reportagen; eine grosse Anzahl von Polaroids, oft Selbstbildnisse; Fotodokumentationen von verschollenen Videos. Immer wieder fehlen Negative und sind Kontaktbögen die einzigen Belege. Die Ausstellung auf der Galerie des Kornhausforums vermittelt das Schaffen des Fotografen in Originalbildern und neuen Abzügen, mit Sofortbildern, Filmstills und Werbeaufnahmen: Streiflichter aufs fotografische Werk eines Unruhigen des späten 20. Jahrhunderts.