13.1.–28.1. 2018

Ir Chischte
Erna Eugster und Christian Grogg

Installation

Stadtsaal, 1. Obergeschoss

"Und wieder lief ich Kilometer um Kilometer in meiner kleinen Zelle auf und ab. Die Zelle war kahl, da gab es keine Bilder, weder Radio noch Fernsehen, keine Dekorationen. Es war einfach nur trostlos."

Erna Eugster

Erna Eugster, 1952 geboren, war eine administrativ Versorgte. 1968, im Jahr der Jugendrevolte, wurde sie als 16-Jährige zum ersten Mal im Berner Amtshaus inhaftiert. Wie in allen anderen Fällen von Einweisungen in Heime, Gefängnisse und Kliniken ohne rechtsmässige Verurteilung, sondern behördlich verfügt.

Noch bis zum 31. März 2018 haben Opfer von Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen Zeit, die Ansprüche geltend zu machen, die ihnen zustehen. Damit ist die Aufarbeitung dessen, was den Menschen, vor allem jungen, in den vielen Jahren der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen angetan wurde, noch nicht abgeschlossen. "Ich möchte, dass sich die Schweiz mit der Geschichte von uns Betroffenen auseinandersetzt", sagt Erna Eugster.

Die Installation im Stadtsaal des Kornhausforums entsteht in Zusammenarbeit mit dem Berner Künstler Christian Grogg. Er konstruiert mit Wabenkarton einen begehbaren Nachbau der Zelle von 1968 im Berner Amtshaus.

Gespräch mit Erna Eugster im Regionaljournal srf1 vom 14. Januar 2018

https://www.srf.ch/news/regional/bern-freiburg-wallis/administrativ-versorgt-ich-wurde-im-gefaengnis-zwischengelagert

Bilder: Alexander Jaquemet