• Bild: Pio Corradi, Monserrate, ausserhalb von Bogota, 1979

3.7.–2.8. 2015

Pio Corradi Fotografien

Ausstellung

Stadtsaal 1. Obergeschoss

Wie viele Vertreterinnen und Vertreter der ersten Generation des neuen Schweizer Films kam auch Pio Corradi von der Fotografie. 1940 im Baselbiet geboren, besuchte er die Kunstgewerbeschule Basel und liess sich danach zum Fotografen ausbilden. Nach seinem Umzug 1964 nach Zürich, wo er noch heute lebt, arbeitete er bald als Kameraassistent u.a. für Nicolas Gessner, machte daneben aber auch fotografische Reportagen – unter dem Titel «Schwarze Feuerwehr» etwa über ein Bestattungsinstitut.

Pio Corradi hatte den Fotoapparat auch später bei Dreharbeiten manchmal dabei – auf der letzten Linienfahrt des italienischen Ozeandampfers «Eugenio C.» von Genau nach Rio de Janeiro bei Hans-Ulrich Schlumpfs Film «TransAtlantique», bei den Vorbereitungen von Robert Franks Spielfilm «Candy Mountain», bei den Dreharbeiten zu Ulrike Kochs Dokumentarfilm «Die Salzmänner von Tibet». 

Pio Corradi, Kameramann von bis heute über 100 langen und kurzen Filmen, Zusammenarbeit u. a. mit Fredi Murer, Richard Dindo, Friedrich Kappeler und Bernhard Giger, zeigt in der Sommerausstellung des Kornhausforums sein fotografisches Schaffen erstmals in dieser Breite. Seine Fotografien blenden ebenso zurück ins Zürich der 1960er- bis 80er-Jahre, wie sie sprunghaft um die Welt führen: Kolumbien, Antarktis, Nordtibet, Europa.

Entstanden sind die Bilder oft fast beiläufig während der Arbeit an einem Filmprojekt. Im Kornhausforum Bern werden die scheinbaren Nebenbilder nun zu Hauptbildern – und öffnen einen zugleich melancholischen wie ironischen, einen gleichermassen neugierigen wie respektvollen Blick auf ein paar Orte, die sich in der Übersicht zur persönlichen Landkarte von Pio Corradis Biografie verdichten.